Warning: mysqli_query() expects at least 2 parameters, 1 given in /www/htdocs/v134335/index.php on line 90
Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - Das Parfum (Preview)

Das Parfum (Preview)

 

Das Parfum (Preview)

Gesehen am:
13.09.2006

Wo gesehen:
Gloria Stuttgart

  Review:
Im Jahre 1738 kommt in Paris unter schlimmsten Umständen Jean-Baptist Grenouille, inmitten von Dreck und Stinkendem Fisch, zur Welt. Als kleines Kind wächst er in seinem Weisenhaus auf und spricht nur sehr wenig. Auch die anderen Kinder finden Grenouille extrem merkwürdig und sonderbar. Dies liegt vor allem daran, dass der Junge an sämtlichen Gegenständen welche ihm vor die Nase kommen, schnuppert. Grenouille verfügt über ein derart gutes Riechorgan, dass der Düfte noch über Kilometer hinweg riechen kann!
Nach harten Jahren in der Gerberei verschlagt es Grenouille schließlich zum Parfumeur Baldini (Dustin Hoffmann). Von diesem möchte er unbedingt lernen, wie man Dufte dauerhaft konservieren kann. Nachdem Grenouille für den momentan erfolglosen Baldini einige grandiose Parfums gemischt hat, gibt dieser im bereitwillig sein Wissen weiter, ohne zu Ahnen was Grenouille vor hat …

Gut 20 Jahre nachdem das Buch "Das Parfum" von Patrick Süskind erschienen ist und in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, kommt nun dessen Verfilmung in die Kinos. Produzent Bernd Eichinger hatte lange um die Rechte gekämpft und es letztendlich geschafft. Nachdem klar war, dass Tom Tykwer ("Lola Rennt") die Regie übernehmen wird, ging die Suche nach dem Darsteller für Grenouille los. Mit dem unbekannten Ben Whishaw, wurden die Macher schließlich am englischen Theater fündig.
Dieser kann schauspielerisch durchaus überzeugen, und stellt die Hauptperson von "Das Parfum" glaubwürdig dar. Sein äußeres passt jedoch nur bedingt auf die Beschreibung von Patrick Süskind. Wird dieser dort als heimtückisch und menschenverachtend, eher klein, unscheinbar und als etwas deformiert beschrieben, passen diese Eigenschaften auf Ben Whishaw nicht unbedingt. Buchkenner werden sich Grenouille sicherlich immer als kleinen Teufel vorgestellt haben. Diesen Eindruck gewinnt man anhand des Filmes nicht.
Wirklich zu Gute halten muss man der Verfilmung von "Das Parfum", seine großartigen Setbauen. An zahlreichen Drehorten wie beispielsweise dem spanischen Barcelona, entstanden grandiose Kulissen. Besonders die dreckige und schmutzige Seite des Paris aus dem 18 Jahrhundert, werden hervorragend dargestellt. Das es damals noch keine Kläranlagen gab, sieht der Zuschauer auf den ersten Blick, doch leider richt er es nicht.
Der Film wäre wie geschaffen für das Geruchskino, doch leider gibt es so etwas im großen Maintreamverleih nicht. Daher mussten sich die Köpfe hinter dem Film etwas einfallen lassen, um diesen Hauptaspekt von "Das Parfum" dennoch auf den Zuschauer übertragen zu können. Wenn das Publikum die Duftnoten schon nicht riechen kann, so muss es sich die Gerüche zumindest vorstellen können. Um dies zu erreichen, greift der Film zu seinem ihm einzig zur Verfügung stehendem Mittel: Er visualisiert die Düfte! Dem Zuschauer werden Bilder von markant duftenden Gegenständen wie altem Fisch, frische Blumen, stinkenden Kloaken, duftenden Parfüms usw. gezeigt. Diese Bilder sollen bewirken, die Düfte zumindest in seinem Kopf der Zuschauer entstehen zu lassen. Süskind hat sich hierfür viel Zeit genommen und mehrer Seite in seinem Buch die Düfte beschrieben. Der Film begeht dabei doch einen Fehler. Hinter dem im Grunde guten Vorsatz zu zeigen, wie viele verschiedene Düfte auf einmal auf Grenouille einwirken, bedient sich der Film einer schnellen und hektischen Schnittweise. Dadurch bleibt dem Zuschauer jedoch nicht genügen Zeit sich die Düfte wirklich vorzustellen und damit auch in die Welt von Grenouille einzutauchen.
Viele hielten gerade aufgrund der immens schwierigen Aufgabe, Düfte in einem Film darzustellen, "Das Parfum" für nicht verfilmbar, und in diesen Momentan behalten sie Recht. Der Regisseur Tykwer wäre gut beraten gewesen, hätte er sich für die Geruchsaromen mehr Zeit genommen und diese lieber ruhig, mit dem im Übrigen guten Soundtrack, untermalt.

Völlig logisch und auch größtenteils sinnvoll war es, die Handlung des Buches für den Film an einigen Stellen zu kürzen bzw. zusammenzufassen. Die Einführung eines Sprechers, welcher den Zuschauer über weite Zeiträume des Filmes begleitet, hat sich ebenfalls als gelungen herausgestellt. Die vielen Buchfans wird es zudem freuen zu hören, dass sich der Film vor allem am Anfang und am Ende sehr Nahe an die literarischen Vorlage hält.
Zwar ist das Erzähltempo schon von Beginn an gemächlich und langsam, doch wird dies spätestens nach 2 Stunden, des insgesamt 150 Minuten langen Filmes, zu viel des guten. Klar kann und darf man aus "Das Parfum" keinen rasanten Film machen, doch gegen Ende wird die Geschichte deutlich zu langatmig. Diesen Kritikpunkt kann der Film auch durch seinen ansonsten gelungenen Storyablauf nicht wettmachen.

Insgesamt ist den Duo Tom Tykwer und Bernd Eichinger, die Verfilmung des Literaturbestsellers von Patrick Süskind durchaus gelungen. Vor allem die Setbauten und glaubhafte Umgebung tragen dazu bei, dass der Zuschauer in die duftende Welt des Frankreichs aus dem 18. Jahrhundert, eintauchen kann. Kritikpunkte am Erzähltempo und an der Darstellung der Düfte selbst, sind dennoch nicht von der Hand zu weisen. Für Buchkenner kommt es, wie so häufig: Die Vorlage bleibt unerreicht. Dennoch kann man den Film als insgesamt gelungen bezeichnen.
Meine Wertung: 6 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 8.5 Punkte

 

Kommentare:

Knuddel hat den Film gesehen und schreibt am 14.09.2006 - 10:28 Uhr:
Also, entgegen aller mir Mitguckenden und eher negativen Echo:

Ich fand den Film richtig richtig super. Erst mal die Romanumsetzung: Es ist wirklich verdammt schwierig, einem die Welt der Gerüche im Film so wahnsinnig gut zu verdeutlichen, wie das Patrick Süskind in seinem Buch tut. Und gerade zu Anfangs schafft das der Film auf geniale Weise. Die schnellen Schnitte, die manche hier bemängeln finde ich gerade richtig. Close-Ups von verschiedenen (stinkenden) Dingen und das schnell hintereinander zeigt dem Zuschauer ganz klar die Atmosphäre und schafft es auch filmisch, den dort wohl herschenden Gestankt zu verdeutlichen.
Die Besetzung: Zunächst skeptisch wurde von mir der Hauptdarsteller beäugt, besticht Jean-Baptiste Grenouille doch im Buch durch seine Hässlichkeit...wirklich hässlich ist der Protagonist hier nicht, doch irgendwie passt der Cast perfekt. Er hat etwas seltsames an sich, spielt die Rolle hervorragend und nicht zuletzt fällt seine markante Nase auf...

Sicherlich wurden auch manche Dinge des Romans einfach weggelassen oder erheblich gekürzt - was ja normal ist für eine Buchverfilmung. Und meiner Meinung nach waren die Kürzungenn auch gelungen und ohne Probleme zu verschmerzen. Manch einer fand den Film zu lang, beschwert sich dann aber über fehlende oder zu wenig ausgespielte Storylines - wenn ihr einen 5-Stunden-Film wollt, dann kann man das Buch sicherlich auch 1 zu 1 umsetzen. Und die etwas andere Schwerpunktsetzung im Film (Fokus auf die Morde und nicht auf die Parfüm-Herstellung) ist dramaturgisch nur sinnvoll, wenn sich der 0815-Kinogänger nicht langweilen soll.

Ich für meinen Teil kann nur sagen: Tom Tykwer hat es geschafft, Patrick Süskinds großes Wer würdig für die Kinoleinwand zu adaptieren und mich damit begeistert!

Meine Wertung: 9 von 10 Punkte

BumBum (http://www.BumBum2000.de) hat den Film gesehen und schreibt am 17.09.2006 - 10:51 Uhr:
Also auch ich fand die wirklich schwere Umsetzung der Gerüche äußerst gelungen, allerdings haben mir auf der anderen Seite etliche Passagen des Buchs gefehlt bzw. war mir manches zu kurz und anderes wiederum zu sehr im Vordergrund. Aber das Problem hat wohl jede Buchverfilmung. Als Verfilmung des Buchs fand ich Das Parfüm daher nicht so gelungen - vielleicht kommt ja noch ein 5h Dircetors Cut Aber als Film an sich wirklich klasse. Hut ab! Vorallem ist der Film auch gerade am Beginn überhaupt nicht langweilig und hat für mich nur gegen Ende den ein oder anderen Hänger. Daher ein wirklich sehr guter deutscher Film!

Meine Wertung: 8 von 10 Punkte


Kommentar hinzufügen
Nickname
Anti-Spam (Code ins Eingabefeld übertragen)    
Emailadresse (optional)
Homepage (optional)
Film gesehen/Wertung





© 2004 - 2019 Jochen Moßhammer
www.filmtagebuch.net - Version 2.7
Speedys Filmtagebuch
Diese Webseite verwendet Session Cookies. Der Nutzer erklärt sich damit einverstanden.
Speedys Filmtagebuch