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Speedys Filmtagebuch - Syriana

Syriana

Review von BumBum

 

Syriana

Gesehen am:
01.03.2006

Wo gesehen:
Traumpalast Waiblingen

  Review:
Der arabische Prinz Nasir (Alexander Siddig) zeigt sich im Kampf mit seinem Bruder Meshal (Akbar Kurtha) um den Thron seines Landes als weiser Reformer: Er möchte ein Parlament einführen, Frauen das Wahlrecht geben, und eine Demokratie in seinem Land erschaffen.

Die Amerikaner sehen dies zunächst mit Wohlwollen, doch dann begeht Nasir einen folgenschweren Fehler: Er vergibt die Konzessionen für die reichen Erdölvorkommen seines Landes nicht an die USA, sondern an die meistbietenden Chinesen.
Zudem holt sich Nasir den Amerikaner Bryan Woodman (Matt Damon) als Finanzberater an Bord, der ihm einige ziemlich gute Tipps zur Verbesserung seiner Wirtschaft gibt.

Dies bringt die amerikanische Erdölindustrie ins Wanken, und das wiederum ruft das CIA auf den Plan. Der Geheimdienst schickt den Agenten Bob Barnes (George Clooney) nach Teheran, wo er in Zusammenarbeit mit den lokalen Hisbollah-Milizen Nasir töten soll. So soll Meshal auf den Thron gehievt und den USA das Monopol auf dem Erdölmarkt zurückgegeben werden.

Doch das Attentat scheitert, Bob gerät in die Fänge der bösen Hisbollah. Später stellt er fest, dass er nur benutzt wurde, um die schmutzige Arbeit für jemand anderen zu erledigen. Aber wer sind die Hintermänner?

Meine Kritik:

Erstmal zum Positiven:
Syriana stellt - in einer Zeit der heißen Gemüter im "Kampf der Kulturen" - in stoische Gelassenheit und einer bemerkenswerte Objektivität sowohl den islamischem Extremismus als auch die kapitalistischer Korruption dar. Der Film verurteilt dabei nicht, sondern beleuchtet die Hässlichkeiten in beiden Kulturen mit gleicher Unbarmherzigkeit. Dabei ist die Form der Wertefreiheit wohlgemeint und angenehm, und bei der derzeitigen angespannten Situation wohl durchaus angebracht.

Aber leider macht sie den Film auf der anderen Seite auch sehr emotionslos. Fast scheint es, als würde Syriana um jeden Preis vermeiden wollen, Spannung aufzubauen, in der Befürchtung eine der beiden Seiten zu dämonisieren. Daher plätschert der Film letzendlich über einen Großteil seiner Laufzeit einfach nur so vor sich hin.

Wie schon in Traffic, zu dem das Drehbuch ebenfalls von Regisseur Gaghan stammt, ist der Film stark episodenhaft aufgebaut. Leider fehlt im Gegensatz zum hervorragenden Vorgänger gerade am Anfang der Zusammenhang zwischen den einzelnen Personen völlig. Dadurch wirkt der Streifen unübersichtlich ja beinahe chaotisch. Gerade am Anfang gelingt es einem einfach nicht, eine Beziehung zu den Hauptfiguren ausfzubauen - sie bleiben blass und eindimensional, und so hat man eigentlich auch kein Interesse mehr an ihrem weiteren Schicksal.

Für mich war Syriana sehr enttäuschend, was wohl einfach an der Erzählweise liegt die absolut nicht meinen Geschmack trifft. Der Film ist mir einfach viel zu langatmig und spannungsarm. Da hilft auch das thematisierte aktuelle Thema nicht darüberhinweg - Schade!
Meine Wertung: 4 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 4 Punkte

 

Kommentare:

Knuddel hat den Film gesehen und schreibt am 15.03.2006 - 19:03 Uhr:
Stimme voll und ganz zu. Plätscher, plätscher, plätscher...

Meine Wertung: 4 von 10 Punkte


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