Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - Million Dollar Baby

Million Dollar Baby

Review von BumBum

 

Million Dollar Baby

Gesehen am:
13.04.2005

Wo gesehen:
Traumpalast Waiblingen

  Review:
Nachdem ich es jetzt auch endlich in den Abräumer der diesjährigen Oscarverleihung geschaft habe möchte ich kurz meine Kritik abgeben.

Der Boxtrainer Frankie Dunn (Clint Eastwood) leitet eine etwas heruntergekommene Boxschule in Los Angeles. Und er trainiert keine Mädchen. Dies bekommt auch Maggie Fitzgerald (Hilary Swank) zuhören als sie ihn darum bittet ihr Trainer zu werden. Von dieser Absage lässt sich Maggie jedoch nicht abschrecken und taucht von nun an jeden Tag in Frankies Schule auf - schnappt sich ein paar Boxhandschuhe und prügelt stundenlang auf einen Sandsack ein. Maggie ist fest entschlossen, Profiboxerin zu werden – ihre Bemühungen werden anfänglich jedoch von Frankie kaum beachtet.

Erst als der alternde Boxer Eddie "Scrap" Dupris (Morgan Freeman) ihr etwas unter die Arme greift, überwindet auch Frankie seine Vorurteile und entscheidet sich, Maggie trotz ihres für einen Sportler hohen Alters von 32 Jahren zu trainieren.

Nach täglichem, stundenlangen Trainin zeigt sich in den ersten Kämpfe zeigen, dass Maggie durchaus gewinnen kann - schickt sie ihre Gegen doch meist in der ersten Runge auf die Matte. Und obwohl Boss Frankie immer etwas zu verbessern hat, trifft Maggieschließlich im Eine-Million-Dollar-Fight auf ihr Schicksal: die brutal und unfair kämpfende deutsche Titelverteidigerin ...

Dass Eastwoods Film aus der Masse der oft ähnlich gestrickter Sportfilme herausragt, ist vor allem der tiefgründigen Darstellungen der Akteure zu verdanken.
Hillary Swank spielt die Boxerin sehr authentisch mit einem unbändigen Kampfgeist. Dazu kommt ein Clint Eastwood, der die Rolle des väterlichen Boxtrainers absolut perfekt beherrscht und dann noch ein Morgan Freeman als alter Ex-Boxer, der mit sparsamen Kommentaren aus dem Off den Film erzählt - wie eine alte Geschichte über das Leben als Kampf. Nicht zu vergessen auch die feinen aber kleinen Charaktere die etwas Schwung in den Film bringen.

Was soll ich noch groß sagen, der Film war einfach mehr als gelungen. Vor allem durch den begleitenden Erzähler Morgan Freeman bekam der Film für mich einen sehr hohen Unterhaltungswert. Die Story ist sehr interessant und weicht vor allem in der zweiten Hälfte vom Standart-Sportfilm ab. Der Film lässt sich sozusagen in zwei Hälften einteilen: Einen Boxerfilm, der neben den Kampfszenen hauptsächlich in der heruntergekommenen Boxschule spielt. Und in ein packendes, wenn auch etwas zu langes Drama mit herbem Finale.

Alles in allem ist Million Dollar Baby eine einfache Geschichte, einfach erzählt und inszeniert. Aber gerade durch die hervorragende Besetzung und den tollen Erzählstil
Weiß Clint Eastwoods neuer Film zu begeistern. Als Kritikpunkt kann ich nur sagen, dass mir der zweite dramatischere Teil des Film etwas zu lang war und man sich das Ende vielleicht etwas positiver erhofft hätte. Darüber hinaus stellen sich nach dem Film auch ein paar Fragen, die nicht beantwortet wurden - Aber gerade da macht wohl einen sehr guten Film aus.

Ich bin wirklich sehr positiv überrascht und froh, dass ich den Film im Kino angesehen habe und vor allem das ich ohne große Handlungskenntnisse und Erwartungen rein bin.
Mein Fazit ist daher: "ABSOLUT SEHENSWERT!" - Am Ende weiß man dann auch warum das folgende Schild in Frankies Boxhalle hängt: "Winners are only willing to do what losers wont".
Meine Wertung: 9 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 5 Punkte

 

Kommentare:

ZeroCool hat den Film gesehen und schreibt am 15.04.2005 - 18:50 Uhr:
Ausnahmsweise stimme ich mal nicht zu, aber man kann ja nicht immer derselben Meinung sein. Mein größter Kritikpunkt ist derjenige, das der ganze Sportteil des Filmes (also rund die ersten 3/4) nur als Vorgeplänkel für das dramatische Ende fungiert - für diese Funktion ist dieser Teil dann jedoch viel zu lang, dieser späte Bruch in der Story tut einfach nicht gut. Man hätte die erste Hälfte kürzen und das Ende dafür ausweiten müssen, oder gleich zwei getrennte Filme machen sollen.

Desweiteren ist der Film für meinen Geschmack viel zu düster: Die drei Hauptcharaktere sind tragische Figuren, die Story sowieso, selbst Maggies Familie kann man nur als erbärmlich bezeichnen. Eines der größten Mängel ist es dann aber bezeichnenderweise trotzdem, das bei all der Düsterkeit des Filmes trotzdem keine großen Emotionen geweckt werden. Zwar ist man traurig darüber wie sich die Dinge entwickeln, aber zumindest ich kann nicht behaupten besonders ergriffen gewesen zu sein - was der Film jedoch 100% bezwecken möchte. Wo Mystic River noch zu überzeugen wußte, scheitert Million Dollar Baby vergeblich.

Das Ende ist dann ebenfalls irgendwie unzufriedenstellend: Zu unausgegoren um ernsthafte Diskussionen über Euthanasie anzuregen, aber gleichzeitig zu lang um es als etwas selbtverständliches abzutun.

Ich möchte dem Film nicht alle Qualitäten absprechen, einige wenige hat er trotz allem ja selbst in meinen Augen, aber meiner Meinung nach ist das der überbewerteste Film seit langem (und das behaupte ich jetzt nicht weil der Film nicht wirklich mein Fall war).

Meine Wertung: 3 von 10 Punkte

SpeedStar hat den Film gesehen und schreibt am 24.09.2005 - 20:59 Uhr:
So hab den Film jetzt endlich auch mal gesehen, und dazu sogar im o-ton. Muss sagen das nur die ersten ca. 90 Minuten meinen Erwartungen entsprochen haben. Er Erzählstil war typisch Eastwood und die Umsetzung, Einsatz von Licht und Schatten, Hintergrundinfos über die Personen, Beweggründe etc. teilweise genial.
Der gegen Ende einsetzende Burch passte mir aber irgendwie überhaupt nicht. Zumindest habe ich nicht im geringsten mit einem solchen Ausgang gerechnet. Irgendwie doof jetzt zu sagen das es mir das Ende nich gefallen hat weils nicht so war wie von mir erwartet, leider ist es aber so.
Dennoch ein Film den man als Eastwood bzw. Boxfan gesehen haben sollte!

Meine Wertung: 7 von 10 Punkte


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