Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - Resident Evil 2: Apocalypse (Preview)

Resident Evil 2: Apocalypse (Preview)

 

Resident Evil 2: Apocalypse (Preview)

Gesehen am:
15.09.2004

Wo gesehen:
MaxX SI-Centrum

  Review:
Zwei Jahre nach dem Überraschungshit kommt nun die Fortsetzung des bekannten Computerspiels "Resident Evil" in die Kinos. Der Film knüpft dabei unmittelbar an die Geschehnisse des Vorgängers an, erzählt jedoch in einer kleinen Rückblende die Ereignisse des ersten Teils.
"Resident Evil: Apocalypse" beginnt zu der Zeit, als Alice (Milla Jovovitch) von den Umbrella Mitarbeitern ins Krankenhaus gebracht wird. Der Zeitsprung, welcher nach dieser Szene bei Teil 1 erfolgte, wird nun damit gefüllt, dass der Zuschauer sieht wie der Hive von Umbrella wieder geöffnet wird. Dabei kann allerdings der T-Virus entweichen und sich nun ungehindert in Racoon City ausbreiten. Als Alice wenig später im Krankenhaus wieder zu Bewusstsein kommt, ist es im Grunde schon zu spät. Ein Grossteil der Bevölkerung ist mit dem Virus infiziert und Umbrella sieht sich gezwungen die komplette Stadt mit einer Mauer abzuriegeln um eine weitere, unkontrollierte Verbreitung zu verhindern. Als sie jedoch merken das die Ausbreitung des T-Virus nicht zu stoppen ist, schließen sie, nachdem wichtige Mitarbeiter die sich noch in Racoon City befanden evakuiert wurden, auch den letzen verbleibenden Zugang zur Stadt ab.
Für Alice und die anderen noch nicht infizierten Menschen bedeutet dies, dass sie nun zusammen mit einer Horde Zombies in der Stadt gefangen sind ...

Puhh, was war denn das bitte? Bei dem stimmungsvollen Auftakt im gleichen Stiel wie Teil 1 spricht dieses mal "Alice" die Einführung. Regisseurneuling Alexander Witt, der zuvor meistens Actionsequenzen inszenierte (u.a. Second Unit bei xXx, Gladiator, Fluch der Karibik), fackelt nicht lange und stürzt den Zuschauer sofort mitten ins Geschehen. Nebenbei werden einige neue Charaktere eingeführt, u.a. die sehr an Lara Croft erinnernde Jill Valentine und weitere Mitglieder der ehemaligen Umbrella Spezialeinheit, genannt S.T.A.R.S. ! Die insgesamt sehr dünne Story schreitet dabei im rasenden Tempo voran. Zeit dafür Hintergrundgeschichten, Gefühle, Motivationen der Charaktere detailliert zu beschreiben bleibt, abgesehen vielleicht von Alice, nicht. Der Film konzentriert sich eigentlich nur von Action zu Action Szene und die Zeit zwischendurch ist nur Lückenfüller. Zugegeben, der Anteil an Szenen in denen die Post abgeht ist überdurchschnittlich hoch, jedoch leidet darunter auch stark die Qualität. Bis zu einem gewissen Grad sind schnelle Kameraschnitte ja durchaus förderlich für einen Actionkracher, und verwackelte Kameraeinstellungen gehören einfach dazu um das gewisse "mittendrin statt nur dabei" Gefühl besser rüberzubringen, doch Resident Evil 2 hat hier den Bogen eindeutig überspannt: Wenn es so hektisch zugeht, dass in gewissen Kampfszenen nur noch zu erahnen ist wer jetzt gerade wem, eins auf die Birne haut, dann ist dies in meinen Augen alles andere als cool. In Fights möchte ich, wenn's keine all zu großen Umstände macht, bitte auch dann was erkennen können wenn gerade keine super slowmotion "Bullet-time" Zeitlupe eingeworfen wird. Diese super hektischen Kameraschnitte können ja bei einer oder zwei Szenen verwendet werden, wenn sich das aber den ganzen Film so hinzieht, könnte man meinen die Macher wollten damit eine schlechte Choreografie oder den Einsatz von Stuntdoubles verschleiern. Ernsthaft was zu erkennen war über weite Stecken wie gesagt jedenfalls nur dann etwas, wenn dies aufgrund einer SloMo-Einstellung auch wirklich gewollt war.
Zu den Schwächen der Story gesellte sich dann im weiteren Verlauf auch noch etwas das Problem mit der Einfallslosigkeit. Und was macht man am Besten wenn einem nichts neues einfällt? Richtig ... man bedient sich aus anderen Filmen. Dieses altbewehrte Rezept macht sich auch RE2 zu nutze und so überkommt den kundigen Zombiefilm Zuschauer, als unsere Helden ein kleines Plauschchen auf dem Friedhof halten, ein nicht zu verachtendes deja vu Erlebnis. In "Return of the living Dead" Manier steigen hier die Untoten aus ihren Särgen und verwickeln Alice, Jill & Co. in einen handfesten Fight. Die Tatsache das der Film nahezu komplett im Dunkeln spielt trägt auch nicht gerade zur besseren Übersichtlichkeit bei.
Um dem Zuschauer auch im weiteren Verlauf nicht zu viel abzuverlangen, hält sich der Streifen mit echten Überraschungen sehr zurück. Es folgt weiterhin Actionsequenz an Actionsequenz und storymäßig wird einem eine standard 0815 Kost, mit einigen coolen Sprüchen angewärmt, vorgesetzt. Vom Hocker reißen wird diese jedenfalls niemanden, allerdings hat das im Vorfeld hoffentlich auch keiner erwartet. Problematischer ist in meinen Augen jedoch der Stil der Actionszenen, welche durch die viel zu schnellen Einstellungen bereits nach kurzer Zeit ermüdend wirken. Auch das grundlegend hohe Tempo ohne echten Durchhänger des knapp über 90 Minuten langen Filmes, kann daran nicht viel ändern.

Absolut positiv hervorzuheben ist allerdings die Sounduntermalung. Wie schon beim ersten Teil wird einem hier Surround-Sound vom feinsten geboten, auch wenn unsere Sitzposition bei der ausverkauften Preview alles andere als optimal war (letzte Reihe). Hier scheppert, kracht und knallt es aus allen Richtungen, ab und an sogar gleichzeitig und trotzdem waren die Effekte über weite Strecken sehr gut zu orten, und präzise zu bestimmen aus welcher Richtung diese ertönten. Insgesamt tendierte der Sound allerdings einige Male leicht zum übersteuern. Ob dies jetzt allerdings an meinen persönlichen Vorlieben, der Einpegelung des Kinos oder wirklich an der Soundabmischung gelegen hat, kann ich an dieser Stelle nicht beantworten.
Musikalisch orientiert sich der Film ebenfalls wieder an seinem Vorgänger. Qualitativ wird jedoch nicht ganz dessen Niveau erreicht. Hier war Marilyn Manson einfach druckvoller und näher am Geschehen.
Das der Film wirklich nach Schema F abläuft zeigte sich besonders deutlich auch wieder am Schluss.
spoiler:
Statt einem überraschendem, wegen mir auch offenen Ende, haben sie die Macher lieber dazu entschlossen den Film mit einem nichtssagenden Cliffhanger zu beenden. Da ich die Videospiele nie über längere Zeit gespielt haben, kann ich nicht beurteilen ob man daraus erfährt wie es weitergeht, jedoch wirkte das Ende auf mich doch sehr aufgesetzt. Hier wollte man offenbar mit aller Gewalt schon eine weitere Fortsetzung vorbereiten, obwohl es zum jetzigen Zeitpunkt alles andere als sicher ist, das es diese geben wird. Das Alice nun erneut von Umbrella "manipuliert" wurde ist ja nichts neues und erstickt schon jetzt die Hoffnung im Keim, dass Teil 3 (sofern dieser kommt, wovon ich aber eigentlich ausgehe) wirklich überraschendes und neues bieten wird.


Insgesamt handelt es sich bei "Resident Evil: Apocalypse" um eine eher maue Fortsetzung des schon nicht sehr anspruchsvollen Vorgängers. Das Niveau der Story sinkt dabei auf ein Minimum und auch die Actionszenen können aufgrund ihrer Schnitttechnik alles andere als überzeugen. Glücklicherweise kommt die Fortsetzung wenigstens nicht mehr ganz so steril und ohne Blut daher, auch wenn der Gewaltlevel bei weitem noch nicht an einen (durchschnittlichen) Zombiefilm heranreicht. Die Special Effekts sind wie auch der ganze Film durchschnittlich. Ich wage selbst zu bezweifeln ob sich die Fans der Videospiele mit dem gebotenem zufrieden stellen lassen. Dafür ist der Film schlicht nicht spannend genug und recht einfallslos!

PS: Wessen Blase es zulässt sollte vielleicht noch nen Blick auf den amüsanten Abspann werfen. Hier wird jeder beteiligte Zombie, fein säuberlichst durchnummeriert, aufgezählt
Meine Wertung: 5 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 5.7 Punkte

 

Kommentare:

Shuya hat den Film gesehen und schreibt am 16.09.2004 - 14:37 Uhr:
Also ich fande den Film an sich als Fortsetzung defintiv deutlich besser wie Teil 1!
Auch wenn der Beginn von Teil 1 besser war wie Teil 2...hatte eben dadurch das Apocalypse keinen Einbruch hatte doch mehr motiviert, wie der extreme Abfall in Teil 1!

Da ich persönlich auch sehr großer Fan von Resident Evil bin und sämtliche Spiele auswendig kenne, fande ich vor allem die sehr viel eingebrachten Szenen der Spiele ziemlich gut^^
Das gibt von meienr Seite aus nen dicken PlusPunkt...da man richtig merkt wie mit der Kenntnis der Fans gespielt wird!
Durch den deutlich höheren Gore Faktor kam auch die Atmossphäre besser rüber! Und durch die stetig vorantreibende Geschichte und Handlung gibt es im Grunde keinen Einriss! Ausserdem wurde IMO auch stark darauf geachtet das nicht viele Dinge vorkommen über die man sich ewig lang Gedanken macht, was die da verzapft haben und ob das wirklich so sein könnte...

Ich persönlich fande ihn zumindest besser wie durchscnittlich, auch wenn die Synchro ein bisschen gestaucht hat...aber dafür kann man ihn ja später auf Englisch schauen

Meine Wertung: 6 von 10 Punkte

Partycrash00 hat den Film gesehen und schreibt am 16.09.2004 - 19:10 Uhr:
[Man, man, man, was man alles machen muss, um an gute Infos zu kommen ]

Hm, ok, dass keine Story da is, war mir vorher klar. Aber wenn ich dann in einen solchen Film geh, will ich entweder gute und oder coole Action sehn. Ok, auch das ist Geschmackssache,... Dennoch fand ich es net wirklich prickelnd und bin meistens fast eingepennt (nein, es lag net nur an der Müdigkeit meinerseits).

Fazit: das Beste am Film war mal wieder der Soundtrack.

Meine Wertung: 4 von 10 Punkte

BumBum (http://www.BumBum2000.de) hat den Film gesehen und schreibt am 18.09.2004 - 18:28 Uhr:
Also ich fand mich sehr gut unterhalten. Der 2te Teil ist definitiv besser und vorallem kurzweiliger als der zur 2ten Hälfte doch sehr mäßige 1ste Teil. Ich fand die Action recht gut und ein paar gut eingestreute Gags haben den Film für mich doch sehr unterhaltsam gemacht. Klar ist die Story nicht die Beste, aber das war ja auch nicht zu erwarten. Trotzdem ist für mich Resident Evil wie schon Riddick einfach gute, kurzweilige Unterhaltung.

Meine Wertung: 7 von 10 Punkte


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