Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - King Arthur

King Arthur

 

King Arthur

Gesehen am:
19.08.2004

Wo gesehen:
Ufa Palast Stuttgart

  Review:
Wir schreiben das Jahr 300 nach Christi. Das römische Reich hat sich über weite Teile von Europa ausgebreitet doch in Britannien beginnen die Sachsen an diese Vorherrschaft zum rütteln. Der dort stationierte Ritter Arthur und seine treuen Gefährten Lancelot, Tristan & Co. stehen kurz davor, nach ihrem 15 Jährigen Dienst für das Reich, ihren eigenen Weg gehen zu dürfen. Zuvor müssen sie allerdings einen letzten Dienst leisten: Ein römischer Priester und seine Familie müssen aus dem Norden Englands vor den einfallenden Sachsen beschützt und sicher nach Rom eskortiert werden. Diese stellen sich allerdings nicht als einzige Gegner für die Ritter der Tafelrunde heraus denn mit den britische Rebellen unter Führung von Merlin lauern weitere Gefahren in den Wäldern ...

Nach Last Samurai und Troja ist "King Arthur" schon das dritte Heldenepos in diesem Jahr. Der Regisseur Antoine Fuqua verfilmt nach Höhen (Training Day) und Tiefen (Tears of the Sun) in Zusammenarbeit mit Produzent Jerry Bruckheimer die angeblich wahre Geschichte um die Ritter der Tafelrunde. Das Bruckheimer für "Unterhaltungsaction" steht ist ja nix neues, und deshalb wundert es einen auch nicht das sich King Arthur ebenfalls in dieser Kategorie einordnet. Ob dahinter nun wirklich die wahre Geschichte steckt wage ich jetzt mal zu bezweifeln, ist aber eigentlich auch gar nicht so wichtig. Die Story ist jedenfalls recht einfallsreich und weis einen durchaus zu unterhalten. Der gut 130 Minuten lange Film verleiht den Hauptfiguren dabei den nötigen Tiefgang so das ihr Handeln im großen und ganzen glaubwürdig dargestellt wird. Auch die barbarischen Sachsen und darunter Til Schweiger liefern durchweg eine überzeugende darstellerische Leitung ab. International grimmig dreinschauen ist für Herrn Schweiger seit "Tomb Raider 2" ja auch nichts neues mehr
Kameratechnisch gesehen ist der Film gut in Szene gesetzt. Immer wieder beeindrucken ruhige und herrliche Panoramaaufnahmen das Auge des Betrachters. Mit weiterem voranschreiten der Handlung und den aufkommenden Schlachten werden die Aufnahmen dann zunehmend hektischer und sind näher am Geschehen, halten jedoch stets an eine gewisse Grenze ein so das der Zuschauer den Überblick nicht zu verlieren droht.
Den größten Schwachpunkt des Filmes findet man allerdings dennoch bei diesen Massenkämpfen: Ich würde mich ja ganz sicher nicht als "blutgeil" bezeichnen, trotzdem hat mich das sterile reine Abschlachten doch sehr gestört. Wir befinden und im dunklen Mittelalter, barbarische Sachen und Ritter des römischen Reiches schlagen sich zu tausenden die Köpfe auf den Schlachtfeldern Britanniens mit Schwertern, Äxten und Dolchen ein. Bogenschützen erledigen mit ihren brennenden Pfeilen duzende Krieger auf einmal und das einzige Blut was man sehr spärlich zu sehen bekommt ist im besten Falle das an der Klinge eines Schwertes. Bitte? Also alles was recht ist, aber das permanente wegblenden der Kamera sobald es zum "finalen Schlag" in einem Kampf kommt und die Tatsache das sich Schwerter in die Leiber der Krieger bohren und dabei kein Tropfen Blut fließt, passt einfach nicht zu einem derartigen Film. Ungern beziehe ich mich auf den "Film mit der Braut", aber meine Kino-Mitgänger (schöne Grüße ) stacheln mich regelrecht dazu an noch mal deutlich zu sagen, das der Blutanteil, der bei Quentins Film zu viel war, wesentlich besser bei King Arthur aufgehoben gewesen wäre.
Fuqua kann wie sich herausgestellt hat aber nicht einmal wirklich etwas dafür. Der Verleih Buena Vista und der dahinter stehende Konzern Disney hat wohl im letzten Moment darauf bestanden, dass der Film mit einer Freigabe ab 12 ins Kino kommt und darin liegt dann wohl auch der Grund warum der Streifen derartig harmlos daherkommt.
Für den Soundtrack ist, wie schon bei Last Samurai, der Komponist Hans Zimmer verantwortlich. Auch wenn dieser nach seinen großen Erfolgen (Oscar für König der Löwen und Nominierung für Gladiator) das Rad nicht neu erfindet, ist die musikalische Untermahlung abermals sehr gut gelungen und eben typisch Zimmer.
Beim Sound an sich hätte man jedoch noch etwas mehr herausholen können. Der Film mit seinen Schlachtkämpfen bietet sich ja gerade dazu an ein Soundfeuerwerk abzubrennen, schafft es aber leider zu keiner Zeit über den Durchschnitt hinaus. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen. Schade.

Nachdem King Arthur zwangsweise bei den Schlachten - ich möchte mal sagen, auch wenn das jetzt vielleicht etwas zu hart klingt - "verstümmelt" wurde, ist bereits jetzt bekannt das wohl in einem halben Jahr die ursprüngliche Fassung von Antoine Fuqua in Form eines Directors Cut auf DVD zu sehen sein wird. Dieser behebt dann hoffentlich das permanente und doch ziemlich störende "Wegblenden" bei vielen Szenen und damit auch den größten Kritikpunkt des Film. Ein etwas weniger typisch, kitschiges Hollywood Ende würde dem Film ebenfalls ganz gut tun.
An und für sich bietet King Arthur zwei Stunden gute Unterhaltung, auf eine historisch absolut korrekte Darstellung sollte man sich allerdings nicht zu sehr einstellen. Der kommende Directors Cut auf DVD hat dann auch durchaus das Zeug zu einer höheren Wertung, denn die Kinofassung ist trotz Prädikat sehenswert leider nur guter Durchschnitt.
Meine Wertung: 6 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 6 Punkte

 

Kommentare:

BumBum (http://www.BumBum2000.de) hat den Film gesehen und schreibt am 20.08.2004 - 20:00 Uhr:
So, jetzt bin ich also auch mal wieder an der Reihe! Also ums kurz zu machen: Mir hat King Arthur recht gut gefallen. Klar das er nicht an Last Samurai rankommt, aber dafür war er doch um Strecken besser als Troja. Die Story ist ok und mit der Action kommt man auch nicht zu kurz. Das einzig wirklich störende ist das nervige Wegblenden bei jedem Ansatz von Blut/Gewalt. Das nervt doch ganz schön - daher freue ich mich schon auf den DC, dem ich gerne auch noch ein Pünktchen mehr geben würde. Mal gucken.....
Also wer auf gute Action steht ist in King Arthur gut aufgehoben. Dazu gibt's noch teilweise sehr schöne Panoramaaufnahmen und nen ordentlichen Score - was will man mehr?

Meine Wertung: 7 von 10 Punkte

Knuddel hat den Film gesehen und schreibt am 20.08.2004 - 20:39 Uhr:
Naja...zu viele cuts an den falschen Stellen - un warum um alles in der Welt mussten die letzen 5 Minuten am Ende des Films unbedingt sein?!

Gute Actiion, aber sonst nix besonderes. Für mixh daher nur 5/5! Sorry!

Meine Wertung: 5 von 10 Punkte


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