Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - Sunshine (FFN 2007)

Sunshine (FFN 2007)

 

Sunshine (FFN 2007)

Gesehen am:
25.03.2007

Wo gesehen:
Cinestar Metropolis Frankfurt

  Review:
50 Jahre in der Zukunft sind der Fortbestand der Menschheit und sämtliches Leben auf der Erde massiv bedroht. Die Sonne, der zentrale Himmelkörper in unserem Planetensystem, beginnt langsam aber unweigerlich zu erlischen. Die Besatzung der Raumschiffe Icarus II macht sich deshalb mit einer atomaren Bomb auf, den drohenden Untergang der Sonne doch abzuwenden.
Dies ist die letzte Hoffnung der Menschheit, da ein sieben Jahre zuvor unternommener Versuch bereits gescheitert ist …

Samstagabend in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Der "Cinestar Metropolis" Movieplex ist trotz Fußball Länderspiel gut besucht. Jung und Alt strömen zahlreich in die einzelnen Kinosäle. Nur vor einem Eingang im Keller ist etwas anders. Ein Metalldetektor samt groß gebautem Sicherheitspersonal versperrt den Zugang zum Kinosaal. Erst nach Abgabe von Handy, Taschen und anschließender Personenkontrolle wird einem Einlass ins Kino gewährt.
Die Erwartungshaltungen an Danny Boyles SciFi-Thriller "Sunshine" wurden angesichts derartiger Sicherheitsvorkehrungen zusätzlich angeheizt. Der Moderator entschuldigte sich anschließend für diese Maßnahmen, doch nur so stimmte der Verleiher dem Screening im Rahmen der Fantasy Filmfest Nights überhaupt zu. Scheinbar war die Vorführung in Frankfurt erst das zweite öffentliche Screening des Films.

Nachdem "Sunshine" dann mit leichter Verspätung endlich begonnen hat, waren die Unannehmlichkeiten schnell vergessen. Schon zu Beginn besticht der Film mit atemberaubenden Bildern und wundervollen Ansichten. Auf Effekthascherei wurde in den Anfangsminuten komplett verzichtet. Stattdessen beeindrucken ruhige und stimmige Sequenzen. Momente, welche wie geschaffen für eine große Kinoleinwand, sind.
Gleichwohl stark und kraftvoll geht die Sounduntermalung zu Werke. Ein eindringlicher Soundtrack unterstützt das Geschehen ebenso, wie teilweise brachiale Soundeffekte. Als der Bass stellenweise in ungeahnte Tiefen abtauchte, wurden auch dem THX zertifizierten Kinosaal seine Grenzen aufgezeigt.
Dennoch, in diesem Bereich besticht Sunshine mit einer ebenso vielfältigen, als auch stimmigen Abmischung.
Der britische Regisseur, betritt bei seinem jüngsten Film erneut, Neuland. Bei seinen bisherigen größten Erfolgen "Trainspotting" und "28 Days later", waren die Vorzeichen aber nicht viel anders.
"Sunshine" erinnert vom Stil her zu Beginn etwas an "2001 – Odyssee im Weltraum". Im finalen Drittel orientiert sich die Geschichte dagegen eher dem Film "Event Horizon" aus dem Jahre 1997. Manch einer mag dies nun als Kritik sehen und "Sunshine" als billige Kopie abstempeln, doch Werte ich diese Parallelen durchaus positiv. Sowohl was das Werk von Stanley Kubrick, als auch den in meinen Augen stark unterschätzten Film "Event Horizon", angeht.
Zugegeben, der Schwenk weg vom ruhigen und beeindruckenden Impressionskino, hin zum effektlastigen Weltraum-Horrortrip ist sehr holprig und alles andere als rund geworden, doch bleibt eine Konstante über die gesamte Laufzeit des Filmes erhalten: Die unglaublich beklemmende und dichte Atmosphäre!
Zu Beginn wird diese vordergründig durch atemberaubende Weitwinkelaufnahmen erreicht. Die Bedrohung liegt hier in der Sonne selbst, welche zwar für den Fortbestand der Menschheit unabdinglich ist, jedoch für die Crew der Icarus II auch eine unmittelbar große Gefahr darstellt. Dem entgegen rückt gegen Schluss vermehrt der Fokus auf eine andere Gefahr, welche ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten werde. Nur soviel sei gesagt, die schönen Bilder gehören ab da der Vergangenheit an und der Zuschauer erlebt quasi eine Wiederauferstehung längst vergangener Filme welche durch Ridley Scotts "Alien" eingeleitet wurde. Vermischt wird dieser Part mit wirren und verstörenden Bildern, welche im krassen Gegensatz zu den anfänglichen Bildern stehen.
Leider wurde spätestens zu diesem Zeitpunkt auch das Logikverständnis der Macher Zusehens vernebelt. Konnte davor noch über kleinere Schnitzer locker hinweggesehen werden, werde dieser im weiteren Verlauf leider offensichtlicher!

Wie erwähnt orientiert sich der Film "Sunshine" an mehreren großen Vorbildern. Zwar erreicht er deren individuelle Klasse nie komplett und gerät an den einen oder anderen Stellen etwas ins Wanken, doch macht er über weite Strecken im Grunde alles richtig. Die Sonnenbilder des Filmes blenden nicht nur, sie faszinieren. Science Fiction Fans sollten sich daher den Anblick nicht entgehen lassen!
Meine Wertung: 8 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 6 Punkte

 

Kommentare:

BumBum (http://www.BumBum2000.de) hat den Film gesehen und schreibt am 26.03.2007 - 09:04 Uhr:
Bei diesem Film fällt es mir mit der Wertung wirklich schwer. War der Film optisch und soundtechnisch wirklich ganz Großes Kino und konnte er dabei auch bei der Atmosphäre glänzen, so hat er dies bei der Story einfach nicht geschafft. Was sehr sehr schade ist. Die Story triftet mir in der zweiten Hälfte des Films einfach zu sehr ab - wirkte für mich einfach sehr unglaubwürdig. Für Ton & Bild gäbe es von mir locker 8-9Punkte, aber für die Story maximal 3-4 --> 6 Punkte insgesamt. Hätte man mit einer guten Story wesentlich mehr rausholen können.

Meine Wertung: 6 von 10 Punkte


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