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Speedys Filmtagebuch - Adams Äpfel - Gott ist auf meiner Seite (Sneak)

Adams Äpfel - Gott ist auf meiner Seite (Sneak)

 

Adams Äpfel - Gott ist auf meiner Seite (Sneak)

Gesehen am:
21.08.2006

Wo gesehen:
Metropol Stuttgart

  Review:
Adam ist ein verurteilter Rechtsradikaler und kommt auf Bewährung aus dem Gefängnis. Der ländliche Pfarrer Ivan nimmt ihn daraufhin, irgendwo im dänischen Niemandsland, in seiner Kirche auf. Wie bereits zuvor ein gewalttätiger Araber, ein ehemalige Alkoholiker und ein Vergewaltiger, soll Adam hier wieder zu sich selbst finden. Zu seiner großen Überraschung, hat sich der Pfarrer für ihn als sein Ziel in den nächsten 3 Monaten, einen Apfelkuchen zu backen, ausgedacht. Schnell wird Adam klar, dass hier etwas nicht stimmt …

Wenn Dänemark einen "Regiestar" hat, dann sicherlich Anders Thomas Jensen. In beinahe der Hälfte der dortigen Filmproduktionen, hat dieser irgendwie seine Finger im Spiel. Mit seinem Film "Adams Äpfel", welcher in Dänemark bereits im April 2005 Premiere feierte, könnte ihm auch der internationale Durchbruch gelingen. Bereits auf dem Fantasy Filmfest 2006 gezeigt, erlang der unscheinbare Film zu Recht immer mehr Aufmerksamkeit.
Zunächst beginnt "Adams æbler", so der Originaltitel, lediglich als tiefrabenschwarze Komödie. Diesen Humor gönnte Jensen dem Zuschauer zwar bis zum Schluss, doch bleibt einem das Lachen schnell im Halse stecken. Die Geschichte um den Pfarrer Ivan und den "Rebell" Adam ist grandios ausgedacht. Ergibt das naive und provozierende Verhalten von Ivan und die daraus resultierenden Neckereien von Adam zunächst keinen tieferen Sinn, erschließen sich erst im weiteren Verlauf des Filmes die Beweggründe dahinter. Der Zuschauer blickt dabei meist dem Neuankömmling Adam über die Schultern und erlebt mit diesem die Geschehnisse in der Pfarrgemeinde. Sympathisch wird einem dieser dennoch nicht, was angesichts der glaubhaften Darstellung seines Charakters als Rechtsradikaler, nicht weiter verwundert. Der Film hält jedoch einige überraschende Wendungen bereit, welche den Zuschauer geschickt zwischen Gut und Böse hin und her reißen.
Darin ist auch dir Quintessenz von "Adams Apples" zu finden. Die Allgegenwärtigkeit von Versuchung, Richtig und Falsch trägt der Film dem Zuschauer als Subkontext nahe. Zunächst noch alles andere als offensichtlich, wird diese Botschaft immer deutlicher. Hält der rechtradikale Adam alles für Humbug und raste schnell aus, so lebt Pfarrer Ivan trotz vieler Schicksalsschläge in seiner heilen Welt getreu nach dem Motto – Wenn dich einer schlägt, so halte ihm auch die andere Wange hin.
Bibelfestere Naturen werden zu diesem Zeitpunkt längst Parallelen zum Buch Hiob aus dem alten Testament festgestellt haben. Allen anderen, wie auch Adam selbst, hilft das Film bzw. das Schicksal auf die Sprünge. Insgesamt hält der Film zahlreiche biblische Zeichen und Anspielungen, wie beispielsweise den brennenden Dornbusch oder schwarze Krähen, bereit. Verpackt sind diese Zeichen jedoch in einen ungeheuer unterhaltsamen und zugleich intelligenten Film.
Steckenweise geht dieser aber mit seinen, wie bereits erwähnt, sehr derben und rabenschwarzen Humor, beinahe zu weit. Übertragen könnte man sagen, wenn eine Akteur oder auch der Zuschauer schon am Boden liegt, tritt der Film noch einmal gnadenlos nach!
Die musikalische Untermahlung des dänischen Filmes ist sehr minimal ausgefallen. Im Grunde beschränkt sich diese auf ein Theme, welches variantenreiche immer wieder auftaucht. Der zweite Song bildet quasi den running Gag des Filmes.

Der Film "Adams Äpfel" ist im Gunde nichts aber dennoch, oder gerade deshalb, beinahe alles. Keine echte Komödie, kein echter religiöser Film, kein Drama und kein Film der mit erhobenem Zeigefinger vorangeht. Dennoch sind all diese Elemente ein Stück weit vorhanden. Der Regisseur Jensen hat daraus einen wunderbaren Film gemacht. Schauspieler, Location, Story und Stimmung sind alle auf höchstem Niveau. Lediglich der teil sehr skurrile Humor wird vermutlich nicht den Geschmack von jedem treffen. Ansonsten aber ein herrlich frischer Film, welcher sich wohltuend vom 0815 Hollywood-Einheitsbrei abhebt.
Das beim Abspann applaudierende Sneakpublikum haben sich die Macher redlich verdient!
Eine Osacarnominierung für den Besten, nicht englischsprachigen Film, ist angesichts der Qualität realistisch und wäre "Adams Äpfel" durchaus zu wünschen!
Meine Wertung: 9 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 9.7 Punkte

 

Kommentare:

Knuddel hat den Film gesehen und schreibt am 22.08.2006 - 13:14 Uhr:
Richtig richtig böse gut!!!

Meine Wertung: 10 von 10 Punkte

BumBum (http://www.BumBum2000.de) hat den Film gesehen und schreibt am 22.08.2006 - 21:01 Uhr:
Gebe auch spontan mal 10 Punkte - Genialer Film und noch genialerer schwarzer Humor. Freue mich schon auf die LE mit Bibel - MUSS man einfach gesehen haben! Bin wirklich froh, nachdem ich den Film auf dem FFF verpasst hatte. Einfach super! Drücke die Daumen für den Oscar!!!

Meine Wertung: 10 von 10 Punkte

Ice-Lee hat den Film gesehen und schreibt am 01.10.2006 - 21:47 Uhr:
Selten einen Film mit so viel schwarzem Humor gesehen, der gleichzeitig so haromisch ist!

Meine Wertung: 9 von 10 Punkte


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