Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - Kiss Kiss Bang Bang (FFF 2005)

Kiss Kiss Bang Bang (FFF 2005)

 

Kiss Kiss Bang Bang (FFF 2005)

Gesehen am:
03.08.2005

Wo gesehen:
Metropol Stuttgart

  Review:
Harry Lockhart (Robert Downey Jr. - Gothika) ist eigentlich ein ganz netter Kerl. Einziges großes Laster von ihm, er bricht vorwiegend in Geschäfte ein und entwendet elektrischen Krimskrams. In der Vorweihnachtszeit ist er zusammen mit seinem Kumpel wieder einmal auf "Shopping-Tour" als mitten während des Bruchs der Alarm losgeht. Die Zwei nehmen sofort die Beine in die Hand doch Harrys Freund wird sofort von einer schießwütigen Passantin gestoppt. Harry selbst hat fortan die Cops im Nacken und kann sich gerade noch zufällig in ein Vorsprechen zu einem Detektivfilm retten. Ohne das er sich versieht laden ihn die Produzenten nach L.A. für ein paar Probeaufnahmen ein. Dort wird er mit Peter van Shrike (Val Kilmer) bekannt gemacht, welcher im am folgenden Tag ein paar Detektivtricks beibringen soll.
Schneller als die zwei Bang - Bang sagen können stolpern sie allerdings in eine echte Mordgeschichte mit richtigen Knarren und Leichen. Zu allem Überfluss taucht dann auch noch Harrys Jugendliebe Harmonie (Michelle Monaghan) auf und bittet ihn um seine Hilfe …

WOW … das ist doch mal an Auftakt ins Fantasy Film Festival 2005. Als weltweit zweites Screening nach den Filmfestspielen in Cannes wurde der neue Film von Shane Black gezeigt. Dieser ist unter anderem für die "Lethal Weapon" Reihe verantwortlich, aber auch für knallharte Actionfilme wie "Last Boy Scout" mit Bruce Willis.

"Kiss, Kiss, Bang, Bang" stellt allerdings eine gelungene Mischung aus Action und Komödie dar. Robert Downey als dussliger Harry Lockhart stolpert von einem Fettnäpfchen ins andere und versteht es dabei den Zuschauer exzellent zu unterhalten. Der Film kann dabei auf ein gut ausgearbeitetes Drehbuch zurückgreifen, welches eine zeitweise sehr flott voranschreitende Story vorweisen kann. Zum zwischendurch entspannen ist da kaum Zeit, will man nicht Gefahr laufen etwas Wesentliches zu verpassen. Die volle Aufmerksamkeit ist dem Streifen jedenfalls gewiss.
Schon der innovativ gestaltete Vorspann lässt den Zuschauer etwas Besonderes erwarten. Diese Ansprüche kann der Film dann auch erfüllen. Die Gratwanderung zwischen Actionkrimi und Komödie funktioniert hervorragend. Keines der zwei Elemente kommt im Laufe des Filmes zu kurz.
Als pikante Zugabe ist der Film zusätzlich mit äußerst derben, beinahe schon morbiden Witzen angereichert. Beinahe deswegen, weil sich der Film über die komplette Laufzeit nicht erst und im Prinzip sogar zeitweise selbst auf die Schippe nimmt.
Zum Ausdruck kommt diese Besonderheit immer dann, wenn der Hauptcharakter Harry Lockhart direkt zu den Zuschauern aus dem Off, beinahe wie ein Audiokommentar spricht. Er, also Harry Lockart, lässt es sich dabei aber auch nicht nehmen, den Film zeitweise komplett anzuhalten, zurückzuspulen und dann die Selbe Szene noch einmal wahrheitsgetreu zu erzählen. Zudem ist er ab und an auch so nett den Zuschauer sowohl verbal als auch mit Pfeilen und Kreisen Dinge zu visualisieren, welche der Zuschauer doch besonders beachten soll.
Derartige Späße sind zwar nicht unbedingt ganz neu, jedoch selten in einer derart ausgeprägten Form in einer Actionkomödie zu sehen gewesen. Der Film spielt mit dem Zuschauer. Er führt ihn gezielt hinters Licht um ihm dann zu sagen: "ÄÄÄÄTSCH, reingefallen!" Dies klappt Anfangs hervorragend, auch wenn man gegen Ende die eine oder andere Zuschauerfalle schon erahnen kann!

Trotz allem Klamauk und massenhaft vorhandenem Dialogwitz driftet der Film aber nicht komplett in eine sinnlose Blödelei ab. Kurz bevor er ein einen solchen kritischen Punkt kommt, gelingt es ihm die Kurve rechtzeitig noch zu kratzen. Die im Grunde solide Story hilft dabei ungemein.

Die Story passt, die Action ist ok, und die Darsteller überzeugen. Ein perfekter Film? Leider nicht ganz. Die absolute Spitzenwertung verspielt sich der 103 Minuten lange Film im Mittelteil bis Anfang des letzten Drittel. Dort gerät das ansonsten sehr schnelle Tempo des Films etwas ins stocken. Aufgrund des ansonsten hohen Niveaus fällt dies leider doppelt auf. Glücklicherweise fängt sich der Film gegen Ende wieder und kann mit einem außergewöhnlichen Ende aufwarten, bei welchem die Hauptcharaktere höchst persönlich die Moral des Films (versuchen) darzulegen.

"Kiss, Kiss, Bang, Bang" lässt sich am Besten als Kriminalkomödie mit einiges an Action, derben Jokes und einiges an Dialogwitz bezeichnen. Leider nimmt sich der Film eine kürzere Auszeit in der das ansonsten hohe und spritzige Tempo der Story etwas ins stocken gerät.
Ansonsten bleibt nur zu hoffen dass die am 20. Oktober in die deutschen Kinos kommende Fassung anständig übersetzt und synchronisiert wird.
Meine Wertung: 8 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 9 Punkte

 

Kommentare:

Knuddel hat den Film gesehen und schreibt am 04.08.2005 - 10:19 Uhr:
Wirklich ein top Film. Sehr lustig und toll gemacht!!! Ansehen lohnt sich!

Meine Wertung: 9 von 10 Punkte

BumBum (http://www.BumBum2000.de) hat den Film gesehen und schreibt am 04.08.2005 - 12:07 Uhr:
So, ich schließe mich einfach mal Knuddel an. Auch wenn der Filme wie Jochen schon schrieb Anfang des letzten Drittels etwas an Schwung verliert bekommt er die 9 Punkite. Einfach weil mal wieder viele innovative Ideen enthalten sind die es so noch nicht gab und gerade ein paar Gags extrem gut gelungen sind. Sollte man also unbedingt angucken sobald er bei uns in die Kinos kommt. Und ich hoffe nur, dass das Filmniveau auf dem FFF weiterhin so hoch bleibt.

Meine Wertung: 9 von 10 Punkte

crashburn hat den Film gesehen und schreibt am 04.08.2005 - 13:28 Uhr:
super film...coole mischung aus einer satire und nem tarantino - toller drehbuchschreiber! kann man nur weiterempfehlen...mit das beste was das jahr bisher zu bieten hatte.

Meine Wertung: 9 von 10 Punkte


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