Speedys Filmtagebuch


Speedys Filmtagebuch - Hostage - Entführt (Preview)

Hostage - Entführt (Preview)

 

Hostage - Entführt (Preview)

Gesehen am:
16.03.2005

Wo gesehen:
Ufa Palast Stuttgart

  Review:
Wenn es um Verhandlungen bei Geiselnahmen geht, kommt beim LAPD nur ein Mann in Frage: Jeffrey Talley (Bruce Willis). Durch sein Talent mit derartigen Situationen umzugehen ist er in der Lage äußerst geschickt mit dem jeweiligen Geiselnehmer zu verhandeln und schafft es meist einen unblutigen Ausgang herbei zu führen.
An einem sonnigen Tag in Los Angeles ist Jeff wieder bei einer Geiselnahme mit einem verzweifelten Familienvater im Einsatz. Sein Motto: "No one dies today!" Äußerlich locker und zuversichtlich ist Talley davon überzeugt auch diesen Fall zu einem guten Ende führen zu können, doch muss leider feststellen, dass auch er nicht unfehlbar ist.
Er beschließt den Job an den Nagel zu hängen und stattdessen das Polizeirevier in einer Kleinstadt zu leiten. Doch dort wird er vor seinen bisher schwierigsten Fall gestellt …

Zunächst mal die erfreuliche Nachricht: Bruce Willis ist endlich nach einigen filmischen Ausflügen in andere Bereiche (u.a. Keine halben Sachen) und schweren Enttäuschungen (Tears of the Sun) im Genre Action Thriller wieder richtig zurück. In altbekannter Form mimt er mit Polizisten Jeff Talley den "Held wider Willen" und schafft es in seiner Rolle voll und ganz zu überzeugen. Umso erstaunlicher war deshalb, dass die Preview in einem für 600 Personen ausgelegten Kinosaal gerade mal von gut 20 Leuten besucht war.

Der Film beginnt mit einem etwas ungewöhnlichen Vorspann. Dabei werden Teilausschnitte von computergenerierten Bildern gezeigt und die Kamera scrollt an diesen entlang. Dazu werden die Namen der am Film beteiligten Personen eingeblendet. Wer sich hier ein wenig an ein Videospiel erinnert fühlt braucht sich nicht weiter zu wundern: Der Regisseur Florent Emilio Siri ist seines Zeichens für das ebenso packende wie erfolgreiche Spiel "Splinter Cell" verantwortlich. Da ist es wenig verwunderlich das der Vorspann von "Hostage" auch in solch einem Spiel hätte verwendet werden können. Ob diese Opening Credits nun wirklich zu einem Action-Thriller passen oder doch in einem Videospiel besser aufgehoben gewesen wären, ist sicherlich Geschmackssache. Einfallslosigkeit muss der Vorspann sich aber garantiert nicht vorwerfen lassen.

Wenn wir schon beim Stichwort Action-Thriller sind, dann muss gesagt werden, dass die Bezeichnung selten so gut auf einen Film gepasst hat, wie Hostage. Allerdings wird hier ein deutlicher Schnitt gemacht. In den ersten zwei drittel des Streifens dominiert das Thrillergenre, wogegen der Finale Part eindeutig zum reinrassigen und kompromisslosen Actionfilm wird. Dass sich Bruce Willis in beiden Bereichen zuhause fühlt und überzeugt, brauch ich vermutlich nicht noch mal extra erwähnen.

Ab dem Zeitpunkt wenn Hostage zum Action Film wird, geht der Story leider die Puste aus.
spoiler:
Nichts ist es mit einer intelligenten Auflösung, Hintergrundinfos über die Gangster, einer cleveren Twist am Ende oder einer echten Überraschung. Da spannt der Film den Zuschauer bis zum Schluss auf die Folter und verrät quasi nichts über die Gangster, und als es dann zum finalen Aufeinandertreffen kommt, wartet man auf eine erklärende Auflösung vergebens. Sorry, aber in meinen Augen sehr schwach und im Grunde unverzeihlich.

Wenigstens ist die Spannungskurve ansonsten auf einem akzeptablen Niveau und die Story für einen derartigen Film relativ nachvollziehbar und ohne Lücken.

Erwähnenswert halte ich durchaus noch den jugendlichen Gangster Mars (Ben Foster - Six Feet Under). Dieser betreibt ein nettes "Filmhopping" und erinnert zeitweise an ein Alien, Brandon Lee aus "The Crow" und zu guter letzt auch noch an einen sterbenden Vampir!

Übrig bleibt unter dem Strich ein über weite Strecken unterhaltsamer Film dem gegen Ende vor allem von Seiten der Story deutlich die Puste ausgeht und schwer enttäuscht. Ein überzeugender Bruce Willis im seinem "alten Filmrevier" verhindert dabei, dass der Film zu eine totale Bruchlandung hinlegt. Hätten sich die Drehbuchschreiber noch ein intelligenteres Ende einfallen lassen, dann wäre es für Hostage durchaus möglich gewesen ein Hit zu werden. Das Potential dazu ist zumindest vorhanden gewesen. So ist der Film leider nur eingeschränkt zu empfehlen, liefert den Bruce Willis Fans da draußen jedoch den Beweis, dass man sich auch seine kommenden Filme wie "Sin City" (26.05.2005) aber auch "Stirb Langsam 4" (2006) durchaus freuen kann!
Meine Wertung: 6 von 10 Punkte
Action
Humor
Spannung
Anspruch

Durchschnittliche Userwertung: 5.7 Punkte

 

Kommentare:

BumBum (http://www.BumBum2000.de) hat den Film gesehen und schreibt am 18.03.2005 - 12:49 Uhr:
Leider kann ich dem Film nur 5 Pünktchen geben obwohl von der Idee her bestimmt mer möglich gewesen wäre - leider vermisst man fehlende Twists und Überraschungen doch sehr. Auch wollte bei mir keine wirkliche Spannung aufkommen und auch die ordentliche Action gegen Ende hat mich nicht gerade umgehauen. Leider. Immerhin war Bruce Willis in der Rolle doch wesentlich besser aufgehoben als in "Keine Halben Sachen" - Ich denke jetzt einfach nicht weiter über den Film nach und freue mich umso mehr auf Stirb Langsam 4.

Meine Wertung: 5 von 10 Punkte

jane880 hat den Film gesehen und schreibt am 27.03.2005 - 23:05 Uhr:
Muss mich mal als absoluter Bruce-Willis-Fan outen. Fand den Film klasse. Passt genau in Bruce-Willis-Genre und war unterhaltsam. Das Ende hat mich weniger gestört. Action, Spannung, Bruce als Filmheld - Herz was willst Du mehr?! Hab mich ein bisschen wie "Agent Zero" gefühlt und stand "Captain Wubber" bei der Rettung des Planet X zur Seite. Bruce, mach weiter so.

Den Vorspann fand ich auch etwas speziell und Geschmacksache. War erst auch ein bisschen irritiert, aber im Nachhinein gar nicht schlecht und der Übergnag zum richtigen Film war auch ok. Vor allem war ich beruhigt, als der Cut nach dem Intro kam und Bruce wieder gewohnt gut rasiert und mit Glatze auftrat. Die langen Haare und der eklige Bart passen nicht zu dem Kerl.

Übrigens muss ich auch ne Lanze für "Tränen der Sonne" brechen. Kann die Meinung von Mr. Movie nicht teilen, dass der Streifen eine Enttäuschung war - ganz im Gegenteil.

Meine Wertung: 8 von 10 Punkte

ZeroCool hat den Film gesehen und schreibt am 14.04.2005 - 13:21 Uhr:
Alles in allem ein B-movie, an dem Bruce Willis das einzig Gute ist. Nach dem zufriedenstellendem Anfang, zeigt die Spannungs- als auch die Qualitätskurve ab dem Moment der Geiselnahme eindeutig nach unten. Von den absurden Geiselnehmern bis zur schlechten Auflösung (die so lächerlich schlecht für einen Thriller dieses Maßes ist, das man den Eindruck hat der Drehbuchautor hätte keine Lust mehr gehabt und deswegen nach einer Möglichkeit gesucht das Ganze so schnell wie möglich zu beenden) hat Hostage die Qualität eines amerikanischen Fernsehfilmes - Durchschnitt pur bis zum Erbrechen.
Wenn überhaupt Spannung vorhanden ist, dann aufgrund der entführten Familie von Talley - und gerade diese story arc wird dann so unbefriedigend beendet. An den Szenen im Haus selbst ist nämlich nichts spannend, dazu ist die Stimmung einfach nicht bedrohlich genug, man leidet überhaupt nicht mit - Angst um das Mädchen hat man nicht wirklich, und beim Jugen schon gar nicht - stellenweise fühlt man sich schon fast an Kevin allein zu Haus errinnert.

Das Ergebnis ist alles in allem also wirklich mangelhaft, und die Leistung der Verantwortlichen wird nochmals dadurch deutlich, das durchaus Potential vorhanden gewesen wäre.

Meine Wertung: 4 von 10 Punkte


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